AKTUELLE AUSSTELLUNGEN

 


HAUS 1 - Alt-Marzahn 51

 

MenschenLeben - LebensWerke.
Marzahn-Hellersdorfer Porträts

Ausstellungsdauer:
12. September 2015 bis 2. Oktober 2016 

Öffnungszeiten: Mo - Fr und So  11 - 17 Uhr


 

Menschen machen Geschichte – dieser viel zitierte Spruch gilt natürlich auch für Marzahn-Hellersdorf. Zahllose Frauen und Männer haben in den mehr als 10.000 Jahren, in denen Menschen in dieser Region leben, ihre Spuren hinterlassen. Namentlich fassbar werden einzelne nach den Gründungen der Dörfer Biesdorf, Hellersdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf und Marzahn im Mittelalter. Noch später erst können mit Namen auch individuelle Biografien verbunden werden.

Zu den ersten Personen, von denen mehr als nur der Name bekannt ist, gehören Lampert Distelmeyer und sein Sohn Christian, die im 16./17. Jahrhundert über mehrere Jahrzehnte Mahlsdorf besaßen. Beide waren als Kanzler hohe Hofbeamte, Lampert gilt gar als bedeutendster brandenburgischer Kanzler in kurfürstlicher Zeit. Schwieriger sieht es mit Informationen bei den „einfachen“ Dorfbewohnern aus. Sie haben – wie überall – auch in Marzahn-Hellersdorf nur wenige Quellen hinterlassen, obwohl gerade sie es waren, die die Dörfer über Jahrhunderte prägten. Von ihnen unter anderem werden mit Carl und Julius zwei Vertreter der Familie Bausdorf vorgestellt, die im 19./20. Jahrhundert im Dorfkern Kaulsdorf einen Lebensmittelladen betrieb. Die Ausstellung erinnert aber auch an Pfarrer und Lehrer, Gastwirte, Hebammen, Schmiede und Müller, die für das Leben in den Dörfern von großer Bedeutung waren.

Die meisten der porträtierten Personen lebten im 20. Jahrhundert. Dies liegt sowohl in der deutlich besseren Materiallage als auch im Zuzug zehntausender Menschen begründet. Unter ihnen waren nicht wenige Künstler, darunter solch prominente wie der Schriftsteller Ludwig Renn, der Schauspieler Eduard von Winterstein und die Illustrateurin Ingeborg Meyer-Rey, aber auch weniger bekannte wie der Maler Hans Brass und die Arbeiterschriftstellerin Emma Döltz. Sie setzte sich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts für die Rechte von Frauen ein und war eine Mitstreiterin von Clara Zetkin. Ein Künstler besonderer Art war der Schöpfer des Sandmännchens Gerhard Behrendt, der in Mahlsdorf wohnte, wo über lange Zeit auch das Sandmännchenstudio ansässig war. Erfinder und Konstrukteure wie Otto Bentgson, der Vater der Kaffeemaschine „Moccadur“, ließen sich in Marzahn-Hellersdorf nieder. Persönlichkeiten wie Frieda Hirsekorn, Sergei A. Schilkin und Fred Dellheim haben als Unternehmer und Betriebsleiter viele Jahre das wirtschaftliche Leben des Bezirkes mitgeprägt. Spuren der Architekten Hermann Blankenstein, Paul Tarruhn, Heinz Graffunder und Günter Peters sind überall zu finden. Und die Ausstellung erinnert an Menschen, die in der NS-Zeit Widerstand leisteten und dies wie der Optiker Arthur Weisbrodt mit ihrem Leben bezahlten. Andere halfen Juden bei der Emigration wie Pfarrer Heinrich Grüber oder versteckten sie in ihren Häusern wie Elsa Ledetsch und Gisela Reissenberger, die als einzige in unserem Bezirk in der Gedenkstätte Yad Vashem in Israel als „Gerechte unter den Völkern“ geehrt werden.

Insgesamt porträtiert die Ausstellung über 60 Personen aus allen Ortsteilen, die auf sehr unterschiedliche Weise die Geschichte von Marzahn-Hellersdorf mitgestaltet haben. Die Ausstellung wäre nicht möglich gewesen ohne die Unterstützung von Familienangehörigen, sodass oft bislang unbekannte Fotos gezeigt werden können. Besonderes Highlight der Ausstellung sind die vielen persönlichen Objekte, häufig Leihgaben von Nachfahren der dargestellten Personen.


HAUS 2 - Alt-Marzahn 55

Wegen Sanierungsarbeiten bleibt Haus 2 (Alt-Marzahn 55) ab dem 13. Juni 2016 geschlossen. Wiedereröffnung am 9. September 2016 um 17 Uhr zum Alt-Marzahner Erntefest.

 

 

Marzahn-Hellersdorf. Bezirksgeschichte(n)
Von den Anfängen bis zu den Großsiedlungen

Dauerausstellung des Bezirksmuseums
Marzahn-Hellersdorf

Öffnungszeiten:
Mo - Fr und So 11 - 17 Uhr


Die Besucher erwartet ein spannender Gang durch rund 11.000 Jahre Geschichte. Die Ausstellung beginnt mit der Ur- und Frühgeschichte, die den weitaus längsten Zeitraum umfasst. Einen Schwerpunkt bildet die Geschichte der Dörfer Biesdorf, Hellersdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf und Marzahn von ihrer Gründung im 13. bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Blieb das dörfliche Leben vor den Toren Berlins bis Mitte des 19. Jahrhunderts im Wesentlichen unverändert, so vollzogen sich nach 1870 tiefgreifenden Veränderungen. Die Verbindungen zur Hauptstadt Berlin nahmen stark zu, 1920 wurden die bis dahin kommunal selbstständigen Orte eingemeindet. Große Siedlungsgebiete entstanden, die Einwohnerzahl vervielfachte sich. Erste kleine Industriebetriebe siedelten sich an. Jahrzehntelang formten Rieselfelder die Landschaft um Marzahn und Hellersdorf. Auch politisch und kulturell waren die 100 Jahre - vom Kaiserreich über den Nationalsozialismus bis zur DDR - eine Zeit vielfachen Wandels.

In den zurückliegenden 40 Jahren veränderte sich die Region Marzahn-Hellersdorf mehr als je zuvor. 1975 begannen an der Marchwitzastraße im ersten Marzahner Wohngebiet die Tiefbauer die ersten Gruben auszuschachten. Nur gut zwei Jahre später zogen die ersten Mieter der Großsiedlung ein. Durch die Errichtung von mehr als 100.000 Wohnungen bis Anfang der 1990er Jahre nahmen Marzahn und Hellersdorf die Dimensionen von Großstädten an. Nach 1989/90 wandelten sich die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse gravierend. Die Großsiedlungen wurden saniert, neue Häuser entstanden vor allem in den historischen Dörfern und Siedlungen Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf.

Die Ausstellung präsentiert in allen Themenbereichen zahlreiche originale Objekte, darunter das Lackprofil eines 2005 in Biesdorf-Süd entdeckten Korbgeflechtbrunnens aus der älteren Vorrömischen Eisenzeit (400 – 200 v. Chr.) sowie mehrere Architekturmodelle aus der jüngsten Vergangenheit.

Ergänzt wird die Ausstellung durch einen Recherchebereich, in dem zusätzliche Informationen zu den archäologischen Fundstellen sowie zu den einzelnen Siedlungs- und Wohngebieten im Bezirk, Film- und Tondokumente zu finden sind. Für besonders wissbegierige Besucher stehen weiterführende schriftliche Materialien zur Verfügung.


 

Von besonderem Geschmack.
Kaffee - DDR – Design

Ausstellungsdauer:
10. September 2016 bis 19. März 2017 

Öffnungszeiten: Mo - Fr und So  11 - 17 Uhr

Porzellan- und Steingutgeschirr mit zeitgenössischem Besteck für den gut gedeckten Kaffeetisch aus der Sammlung von Richard Anger präsentiert sich im zeitlos schönen DDR-Design der 1950er bis 1980er Jahre. Da ist die gemütliche Kakaokanne aus Kindertagen, die schicke Kaffeekanne aus den 1960er Jahren oder das allen bekannte Porzellan aus Hotel und Restaurant. Ergänzt wird die Ausstellung durch Informationen zu einigen Produktdesignern der gezeigten Objekte und eine kleine Reise durch die Geschichte des Kaffeekonsums in der DDR.


Open-Air-Ausstellung Kaulsdorf-Süd 

 

Lager Kaulsdorfer Strasse 90

Im Rahmen des Berliner Themenjahres „Zerstörte Vielfalt“ wurde die Open-Air-Ausstellung durch die Enthüllung der Stelen am 30. April 2013 eröffnet.

Ort: Wuhlewanderweg, Höhe Bismarcksfelder Straße unmittelbar an der Wuhle


In der NS-Zeit bestanden im heutigen Bezirk Marzahn-Hellersdorf mindestens 30 Zwangsarbeiterlager. Das Größte befand sich in Kaulsdorf-Süd, an der Kaulsdorfer Straße 90. Das Gelände, ursprünglich jüdischer Besitz, wurde zwangsenteignet. Die ehemaligen Gebäude des Lagers wurden als Unterkünfte für deutsche Arbeiter, die an Projekten der Deutschen Reichsbahn eingesetzt werden sollten gebaut. Zunächst wurde das Lager als Durchgangslager für Wolhyniendeutsche genutzt. 1940 entstand ein Kriegsgefangenenlager für französische Soldaten. Am 30. April 1942 wurde das Lager mit „Ostarbeitern“ belegt, die für die Deutsche Reichsbahn arbeiten mussten. Bis zu 1400 Russen und Ukrainer, darunter viele Frauen und auch Kinder waren hier unter schlimmsten Bedingungen untergebracht. 
Auf acht Ausstellungstafeln erinnert die Open-Air-Ausstellung an die Historie des Ortes, an die Opfer des Lagers und deren Schicksal.
Mit der Open-Air-Ausstellung ist ein weiterer Gedenkort entstanden, der die schmerzvolle Erinnerung an die Vergangenheit wach hält und die Landkarte der öffentlich sichtbaren Denkzeichen im Bezirk ergänzt.