Landvermesser K und Humbult Landvermesser: Zweite Forschungsreise und Landgang
Klaus W.Eisenlohr, Johann Zeitler
Vernissage am Sonntag, 16.5.2010, 18.00 Uhr
Einführung: Brunio Ebersbach(Architekt)
DJ: Brendan Howell
Ausstellung vom 16.5. – 25.6.2010
Vor zwei Jahren starteten Klaus W. Eisenlohr und Johann Zeitler eine künstlerische Langzeitstudie über den öffentlichen Raum im Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Die Sensibilisierung von Wahrnehmungsprozessen im Urbanen ist komplexes Thema ihrer künstlerischen Forschungsarbeit. Im ersten Teil des Projektes wurden die Strukturen des öffentlichen Raumes untersucht, analysiert und in einer Ausstellung in der Galerie M gezeigt. In diesem Jahr unternahmen Landvermesser K und Humboldt Landvermesser eine zweite Forschungsreise, diesmal suchten sie nach realen und fiktiven Begegnungen im öffentlichen Raum des Bezirkes. Die Konzeption - Einbeziehung der Bevölkerung, der Blick von Außen, der Blick von Innen, die Verschränkung beider Wahrnehmungsweisen – wurde diesmal um ein Internetportal, einen Blog http://landgang.tumblr.com/ erweitert. Die Künstler luden ein, dort via Mail eine Geschichte – angesiedelt im öffentlichen Raum des Bezirkes - zu platzieren. Diese Geschichten werden in der Galerie zu lesen sein, aus einigen entsteht ein Drehbuch, Grundlage für die Filmarbeiten während der Ausstellung. In den realen öffentlichen Räumen werden die Geschichten filmisch umgesetzt, ausschließlich mit Darstellern aus dem Bezirk. Alle Drehtermine sind öffentlich. Die jetzige Ausstellung thematisiert unter dem Aspekt der Innenansichten auch die Übergänge zwischen realen und virtuellen Welten. Die gesammelten Geschichten stehen neben Portraits ortsansässiger Fotographen. Diese wurden beauftragt, die Landvermesser in ihren jeweiligen Fotostudios abzulichten. Desweiteren zeigt die Ausstellung Objekte, Stationen eigenwilliger öffentlicher Plätze in Marzahn und Hellersdorf. Deren Texturen stehen in Korrespondenz mit virtuellen Räumen(auch diese zitieren reale urbane Situationen) auf Bildschirmen, in denen sich diese Plätze spiegeln. Bestandteil der Ausstellung wird auch ein großformatiges Fotostudio, eine Greenbox sein, Besucher können sich hier selbst inszenieren.
Termine der öffentlichen Dreharbeiten in Marzahn-Hellersdorf, Treffpunkt ist immer die Galerie M
Fr. 21. Mai 2010, 16.00 Uhr
Sa. 22. Mai 2010, 13.00 Uhr
Do. 27. Mai 2010, 16.00 Uhr
Fr. 28. Mai 2010, 16.00 Uhr
Do. 03. Juni 2010, 16.00 Uhr
Fr. 04. Juni 2010, 16.00 Uhr
Fr. 11. Juni 2010, 16.00 Uhr
Sa. 12 Juni 2010, 13.00 Uhr
Fr. 18 Juni 2010, 16.00 Uhr
Sa. 19 Juni 2010, 13.00 Uhr
Fr. 25 Juni 2010, 16.00 Uhr
Timea Anita Oravecz "TRANSPARENT ROOMS - nach hause?"
Ausstellung vom 27.3.2010 – 7.5.2010
Vernissage: 27.März um 16.00 Uhr
Interaktive Performance, Karaoke um 17.00 Uhr
Finissage am 5. Mai um 17.00 Uhr (mit Führung durch die Ausstellung)
Die ungarische Künstlerin Timea Anita Oravecz verbindet in ihren Arbeiten persönliche und kollektive Erfahrungen zu gesellschaftlichen und sozialen Themen der Gegenwart. Timea Oravecz hat ein Jahr in Marzahn-Hellersdorf gearbeitet und ein Kunstprojekt über und mit einer Gruppe von vietnamesischen Frauen und Kindern entwickelt. Die Ausstellung in der Galerie M thematisiert die realen interkulturellen Verbindungen aber auch die Probleme der Immigration und der Integration. Die Galerieräume werden zu Sehnsuchtsräumen, inclusive eines kleinen Bambuswäldchens. Zwischen dokumentarischen Elementen und symbolischen Inszenierungen schafft T.O. mit großformatigen Fotografien, Videos und Rauminstallationen ein eigenständiges künstlerisches Werk, das weit über die Spiegelung der Realität hinausgeht.
Öffentliche Workshops
Während der Zeit der Ausstellung werden regelmäßig Workshops in den Räumen der Galerie M angeboten. Sie finden in Kooperation mit dem "MIM - Mädchen in Marzahn" e.V., Meridian" - Treff für russlanddeutsche Frauen und "LOTOS" - dem Treff für vietnamesische Frauen und Familien statt.
29.3. um 11.00 Uhr
Eine simulierte Reise ins Traumland.
Ein Workshop zum Thema Emigration in Kooperation mit Meridian
23.4. um 16.00 Uhr
“Wenn Wünsche fliegen!”
Bauen asiatischer Wuschsterne
Workshop in Kooperation mit LOTOS
28.4. um 11.00 Uhr
“Wünsche, Träume, Glück”
Nähen einer Collage
Workshop zum Thema Glück in Kooperation mit LOTOS
BOOMBOX M von Ritsche, Zast und Marien 30.1. - 18.3. 2010

„Boombox M“ Installation und Performance
Vernissage am Samstag, 30.1.2010, 18.00 Uhr
RZM feat Maki/Tagtool (www.tagtool.org)
BOOMBOX M - FINISSAGE
mit einer Performance von
MARIEN/REINER/RITSCHE
Christian Marien - Schlagzeug
Christian Reiner - Stimme
Ritsche Koch - Trompete
17.3.2010, 19h, Performancebeginn um 20h
BOOMBOX M beschäftigt sich mit der Klangwelt, der Architektur und Textur von Orten in Marzahn-Hellersdorf. In zwei begehbaren Boxen kann der Galeriebesucher die verarbeiteten Spuren zu ihrem konkreten Ursprung verfolgen. Thomas Bratzke und Ritsche Koch arbeiten sein 2002 zusammen, Christian Marien kam 2004 dazu. In ihren Performances erforschen sie weltweit auf spielerische Art die verschiedensten öffentlichen Orte. Mit Ausrucksmitteln zwischen Bildender Kunst, Performance und Musik tasten sie vorgefundene urbane Strukturen ab, spiegeln dieses „Rohmaterial“ akustisch und visuell in einem sich immer wieder neu findenden künstlerischen Prozess.
Thomas Bratzke, 1977 in Berlin geboren, studierte zunächst Design und dann Bildhauerei/Freie Kunst an der Kunsthochschule Berlin Weißensee und war 2005/2006 dort Meisterschüler bei Professor Berndt Wilde. Die Arbeiten von Thomas Bratzke sind durch intensive praktische und theoretische Auseinandersetzung mit dem Stadtraum, oft in Verbindung mit Musik und performativen Elementen, geprägt. www.thomasbratzke.com
Ritsche Koch * 05.04.1979 Das Zentrum Ritsche Kochs Schaffens bildet die Verbindung von Musik mit anderen Kunstrichtungen wie z.B. Bildende Kunst, Tanz oder auch Sprache. So brachte ihn das Projekt „Ritsche&Zast“ mit dem bildenden Künstler Thomas Bratzke an verschiedene Orte weltweit. Seine weiteren Tätigkeitsfelder sind zahlreiche Jazzformationen sowie diverse Pop-Projekte wie z.B. „Miss Platnum“, "Seeed" oder „Peter Fox“. Ritsche Koch lebt in Berlin. www.ritschekoch.com
Christian Marien, *1975, lebt seit 2000 in Berlin, studierte Schlagzeug in Amsterdam und Berlin. Als Mitglied zahlreicher Ensembles (Superimpose, The Astronomical Unit, Computerband, Miss Platnum) spielt er Konzerte in Europa und den USA. Ein besonderes Augenmerk gilt der Zusammenarbeit mit Tänzern, Schauspielern und bildenden Künstlern an der Schnittstelle von Musik und anderen künstlerischen Ausdrucksformen. www.myspace.com/christianmarien
"Baltha" Rauminstallation von Rolf Wicker

Ausstellung vom 27.11.2009 - 15.1.2010
Basierend auf realen historischen Architekturformen entwickelte Rolf Wicker für die Galerie M eine einzigartige Skulptur raumfüllenden Ausmaßes. Der Galerieraum als formale Basis stellt sich als architektonische Gegenform der künstlerischen Gestaltung dar und wird zum Bestandteil der Arbeit.
Die Raumskulptur wurde von Rolf Wicker exakt auf den Galerieraum zugeschnitten,
aus unzähligen Platten und anderen Baumaterialien entwirft er ein höchst ästhetisches Objekt an der visuellen Schnittstelle zwischen funktionsorientierter Architektur und zeitgenössischer Skulptur.
Ab dem 22.11.09 haben Besucher täglich die Möglichkeit, den Entstehungsprozess dieser beeindruckenden künstlerischen Gestaltung mitzuerleben. Am 22.11.09 um 18.00 Uhr bietet die Galerie den Besuchern ein Gespräch mit dem Künstler an.
Nach einer handwerklichen Ausbildung zum Steinmetz/Steinbildhauer in Ravensburg studierte Rolf Wicker ab 1990 Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg, ab 1993 an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee (KHB). 1996 war er Meisterschüler von Prof. Berndt Wilde, 1998 folgte ein Arbeitsaufenthalt in New York. Wicker erhielt zahlreiche Kunstpreise und Stipendien.
Er arbeitet als freier Bildhauer und ist Gastdozent für das Fach Künstlerische Grundlagen an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee.
Vernissage am Freitag, 27.11.2009, 18.00 Uhr
Zur Ausstellung wird Dr. Marc Wellmann vom Georg Kolbe Museum Berlin sprechen.
Adventskonzert in der Galerie:
Sonntag, 29.11.2009, 18.00 Uhr
Franziska Blazey, Gesang
Florian Wessel, Klavier
falscher Hase - oder vom Leben in den Wäldern 1.10.2009 - 12.11.2009

Videos, Objekte, Fotografien
Jil Teichgräber, Ines Kleesattel, Semra Henin, Franziska Meinert
vorgestellt von Thorsten Goldberg
Jenseits theoretischer Architekturanalyse und soziologischen Untersuchungen hinterfragen die Arbeiten von Semra Henin, Jill Teichgräber, Ines Kleesattel, Franziska Meinert und Thorsten Goldberg den öffentlichen, den städtischen Raum. Den Raum Marzahn-Hellersdorfs, Wohnort von ca. 240 000 Menschen.
Die Arbeiten zeigen eine Verwunderung über die oft klischeehafte Außensicht auf den Bezirk, als auch ein Staunen über das für sie überraschend irritierende städtische Idyll der Großsiedlung.
"Plattenspieler" - ein fotografisches Projekt von Joachim Seinfeld 12.7.09 - 20.9.09

„Hier wohne ich.“, „Hier gehe ich jeden Tag mit meinem Hund hin.“, „Diesen Platz kann ich nicht ausstehen.“, „Fotografier mich aus diesem Winkel, von dort unten.“
Das waren Antworten auf die Frage „Wo und wie würdest du dich der Öffentlichkeit präsentieren, wenn du dazu die Möglichkeit hättest?“ Diese Frage wurde vom Künstler Joachim Seinfeld im Rahmen des Projektes „Plattenspieler“ gestellt und visuell umgesetzt.
Die Ergebnisse sind ab dem 12. Juli an Wänden, Boden und Fensterscheiben der Galerie M zu sehen. Beim Projekt „Plattenspieler“ geht es zum einen um die Selbstdarstellung der Portraitierten, zum anderen um deren Verhältnis zu ihrem Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Es wurden BewohnerInnen des Bezirkes an von ihnen ausgewählten Orten fotografiert. Zwei Bilder entstanden: erstens ein Konterfei, zweitens ein Bild vom Ort, an dem der Fototermin stattfand. Neben den Fotografien sind in der Ausstellung auch die Statements der Fotografierten zu ihren gewählten Orten zu lesen.
Während der Dauer der Ausstellung wird Joachim Seinfeld weiter an dem Projekt arbeiten und BewohnerInnen porträtieren.
Alle Fotografien werden in einer Broschüre dokumentiert, die zur Finissage am 20.9.09 ab 18.30 Uhr vorgestellt wird.
"15 sec." 3.5. - 18.6.2009
Ein Auto, eine leere Galerie und 15 Sekunden
Die Autohäuser sind voller neuer Autos, die Parkplätze der Autohändler quellen über. In der Galerie „M“ in Marzahn sieht es ganz anderes aus.
Nur ein einziges Auto ist durch die Glasscheiben zu entdecken. Ist es vielleicht das letzte unverkaufte Exemplar eines besonders erfolgreichen Händlers? Die Wirtschaftskrise lässt keine Ecke der Welt mehr unberührt, sie macht vielen Menschen das Leben schwer oder sogar unerträglich, das sollte die Herausforderung für neue Anfänge und Ideen sein. Im seinem Geburtsland wird die Bedeutung des Automobils, seine Geschwindigkeit in Frage gestellt.
Am 3. Mai um 18.00 Uhr findet eine 15sekündige Aktion der Gruppe Sammlerfamilie / FILOART in der Galerie M statt.
FILOARTFilo (gr. jiloz) derjenige, der liebt Art (lat. ars) Kunst.Auf der Suche nach neuen Wegen in der Kunst, wurde im Jahr 1984 eine Gruppe aus Ideen gebildet. Diese Gruppe nannte sich FILOART. Sie arbeitete interdisziplinär und war anonym. Im Jahr 1989 zersplitterte die Gruppe.In den 1990er-Jahren gründen sich mehrere Gruppen, die das Konzept von FILOART als Grundstein für ihre Arbeit nutzen. Diese Gruppen arbeiten autonom, ihre Themen und Ausdrucksformen sind unterschiedlich. Bis Ende des XX. Jahrhunderts zählt die FILOART Bewegung acht Gruppen: Sammlerfamilie (1991), Psychiatriepatienten (1992), D.N.K.-Dashuria Ndaj Katrorit (1993), L.E.O. (1993), Mrs.Brainwash (1995), U.R.A. (1996), Globalodromia (1996), P.M.S. (1996).
T.W.Blum "Höhlenmenschen" 28.3. - 26.4.2009

Malerei, Videoprojektionen, interaktive Installation, Arbeiten mit Fotoemulsion(T.W.Blum und Caroline Wagner)
SENSOR-Performance am 28.3.2009, 20.00 Uhr
Audiovisuelle Performance von T. W. Blum und The Curators am 28.3.2009, 22.00 Uhr
T. W. Blum (Thomas Wagner) studierte freie Kunst an der Kunsthochschule Weißensee und an der UDK Berlin, Abschluss als Meisterschüler 1997 bei Karl-Heinz Hödicke. Seitdem zahlreiche Gruppen- und Einzelausstellungen, Erasmus-Stipendium am Royal College of Art in London, Karl-Hofer-Stipendium Berlin. Internationale Konzerte u. a. mit den Bands Herr Blum, Sensor und Performanceprojekten. Zurzeit arbeitet er als freischaffender Künstler, Grafiker und Dozent für Kunst, Grafik- und Sounddesign an einer privaten Berufsfachschule in Berlin.
Arbeiten mit Fotoemulsion
Ausgangspunkt war ein vom Berliner Projektfonds kulturelle Bildung gefördertes Projekt, bei dem T. W. Blum mit Hellersdorfer Jugendlichen arbeitete. Der Künstler setzte gemeinsam mit den Jugendlichen einen Prozeß in Gang, bei dem mit komplexen technischen Möglichkeiten spielerisch umgegangen wurde. Gestaltungsmittel der Malerei, Musik, Video und Fotografie wurden wie bei der SENSOR-Performance experimentell in Zusammenhang gebracht. Das Ergebnis waren u. a. Basics für die Performance „Höhlenmenschen“ in der Galerie M. Der entwickelten Konzeption entsprechend, entstand in Zusammenarbeit mit der Berliner Fotografin Caroline Wagner eine Serie von über 100 Portraitfotos von hellersdorfer Jugendlichen, die bei der Performance verwendet werden. Ausgewählte Fotos wurden mittels Fotoemulsion auf Leinwände gebracht und von T. W. Blum übermalt. Dabei wurde der Auftrag der Emulsion schon in den Gestaltungsprozess einbezogen, d. h. es wurde zuerst ein „unsichtbares“ Bild mit Emulsion gemalt, das dem Foto beim Entwickeln seine Form aufprägte. Inhaltlich bezieht sich das Projekt auf einen Songtext von T. W. Blum.
SENSOR-Performance
ist die interaktive Kombination von Fotografie, Videoprojektion, Malerei, Musik und einer MIDI-basierenden-Steuerung, die diese vier Elemente vereint. Töne werden von den Musikern gespielt, erzeugen dabei MIDI -Signale, diese Signale werden in einen Computer eingespeist, und dort Einzelbildern zugeordnet. Aufeinanderfolgende MIDI –Signale ergeben (wie beim Daumenkino) eine Animation syncron zur Musik. Diese Animation wird in Echtzeit mit einem Videobeamer auf eine Leinwand projiziert. Auf Grundlage dieser projizierten Bilder erschafft T. W. Blum ein Gemälde, in dem er mit Acrylfarbe in der Tradition des Action Painting die Projektionen bearbeitet. Die Herangehensweise des Action Painting wird jedoch noch einmal gebrochen, in dem T. W. Blum mit einem Ölfarbblock, der mit einem Drucksensor ausgestattet ist, Midi-Signale auslöst, die ebenfalls Klänge und Bilder ansteuern bzw. verfremden. Auf diese Weise kann man nun mit dem Drucksensor Klänge “malen”. Es entsteht eine Wechselwirkung zwischen gleichzeitig erzeugten Klängen, Projektionen und Pinselstrichen. Hier schließt sich der Kreis, alles steht im Zusammenhang und erzeugt ein multimediales Erlebnis zwischen Malerei, Fotografie, Videoprojektion und Musik. Ein Konzert, ein Action-Painting-Happening – kurz eine Performance.
SENSOR ist ein Performanceprojekt, das Malerei, Fotografie, Videokunst und Musik verbindet.
Alles fließt zusammen, die Grenzen zwischen den Genres verschwimmen. Der technische Fortschritt und die digitale Kommunikation erlauben den ungezwungenen Austausch zwischen den Medien. Alte Strukturen weichen auf, längst ist es nicht mehr wichtig, ob sich ein bestimmtes Kunstwerk in althergebrachte Kategorien fassen lässt. Ein bewegtes Bild wird zum Film, Musik vereint sich mit Fotografie, Malerei trifft auf Videoprojektion. Alles steht im Zusammenhang, ist vernetzt und erschafft reale Erlebnisse in Echtzeit. Von den alten Begrifflichkeiten, passt noch am Besten die Bezeichnung „Performance“ auf das Projekt SENSOR, doch auch die Performance hat innerhalb der Kunstgeschichte ihre Parameter formuliert, die nicht immer auf SENSOR angewendet werden können.
Ausstellung vom 25.1.2009 - 13.3.2009
"Landvermesser K. und Humboldt Landvermesser – HM2"
Ausstellung zum Langzeitkunstprojekt von Klaus W. Eisenlohr und Johann Zeitler im öffentlichen Raum des Bezirkes Marzahn-Hellersdorf
Als Ergebnis der künstlerischen, topologischen Recherche vor Ort in Marzahn-Hellersdorf, präsentieren die beiden Künstler Johann Zeitler und Klaus W. Eisenlohr in der Ausstellung Zeichnungen, Photographien und Videobilder. Die verschiedenen Medien bringen mosaikartig die entstandenen künstlerischen Umsetzungen von Begegnungen, Gesprächen, Wahrnehmungen und Aufzeichnungen zu einem vielgestaltigen Bild vom Bezirk Marzahn-Hellersdorf von Berlin zusammen. Dabei geht es den Künstlern in der Hauptsache um eine Auseinandersetzung mit dem öffentlichen Raum in dem von ehemaligen „realsozialistischen“ Plattenbauten und Gartenstadt (Einfamilienhaussiedlungen) geprägtem Bezirk. Ein Anliegen unter anderem ist den Künstlern eine Neubewertung der Moderne, des städtischen Raumes, der in Marzahn-Hellersdorf durch Grünflächen, große offene Räume und ungewohnte, große Wegstrecken gekennzeichnet ist – die Verwirklichung der heute wieder aktuellen Utopie der offenen, grünen Stadt.
Die Ausstellung präsentiert in unterschiedlichen Medien unterschiedliche Wahrnehmungen und Reflexionen, die Innensichten, die die Künstler in Begegnungen mit Menschen aus dem Bezirk erfahren haben und ihre (Außen-)Sicht, die sich über den Verlauf von 6 Monaten sehr verändert hat.
Über 6 Monate besuchten die beiden Landvermesser fast täglich den Bezirk, wohnten teilweise auch hier und „vermaßen“ mit unterschiedlichen Mitteln den öffentlichen Raum: zu Fuß, per Fahrrad, mit geodätischem Messgerät, mit Kamera, Mikrofon und GPS Gerät, mit Auto, S-Bahn, U-Bahn und Tram. Die Besuche im Bezirk waren online zu verfolgen und sind hier dokumentiert:
Veranstaltungen innerhalb der Ausstellung:
Mittwoch, 11. Februar 2009, 20.00 Uhr "Urban Research" - ein Sonderprogramm der Directors Lounge (5. - 15.02.09 Media-Art-Festival), kuratiert von Klaus W. Eisenlohr
Mittwoch, 25. Februar 2009, 20.00 Uhr „Stadtrandzone Mitte“ - Künstlerischer Essayfilm von Klaus W. Eisenlohr über den öffentlichen Raum im Großraum Hannover, 16mm
Mittwoch, 11. März 2009, 20.00 Uhrzwischen | stadt | raum - dreikanaliges Videoprojekt über den öffentlichen Raum in der Gropiusstadt Berlin von Johann Zeitler und Klaus W. Eisenlohr
Konzert in der Reihe "die neue brücke"
Sonntag, 15.02.2009 , 16.00 Uhr
Mozart auf der Reise nach Prag, Musik und Dichtung
Andreas Göbel(Klavier)
Jörg-Peter Mahlke(Lesung)
Kurt Dietmar Richter(Moderation)






