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Aus der Geschichte der Dorfschule Marzahn, Alt-Marzahn 51

Auf dem Schulhof Alt-Marzahn mit Schulbaracke im Hintergrund von 1965
Fotos: Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf
Marzahner Schulklasse um 1918 mit den Lehrern Feuerstake (links) und Wichmann (rechts)

Erstmals 1908 diskutierte die Marzahner Gemeindevertretung über einen Schulneubau, verschob das Vorhaben aber zunächst wegen der nicht kalkulierbaren, möglicherweise erheblich anwachsenden Schülerzahlen. Bereits im Februar 1909 stand das Thema jedoch wieder auf der Tagesordnung. Seit Anfang 1910 bemühte man sich um den Ankauf des für den Bau vorgesehenen Landes, das der Kirche gehörte. Zur Finanzierung des Bauvorhabens wurde ein Darlehen in Höhe von 45.000 RM aufgenommen.

Im Sommer 1911 wurde der Architekt Paul Tarruhn mit der Anfertigung eines Entwurfs beauftragt, der Anfang 1912 angenommen wurde. Gleichzeitig scheinen die Verhandlungen mit der Kirche über den Erwerb des benötigten Landes erfolgreich zum Abschluss gekommen zu sein. Ende 1912 wurde das neue Schulgebäude eröffnet. Das genaue Eröffnungsdatum ist den Akten kurioser Weise nicht zu entnehmen.

Für die etwa 90 Schüler standen drei Klassenzimmer im Erdgeschoss zur Verfügung. Im Obergeschoss befanden sich zwei Lehrerwohnungen, von denen Lehrer Wilhelm Wichmann, erster Lehrer der Schule bis 1933, die linke bezog. 1913 wurde ein zweiter Lehrer eingestellt, die Person wechselte wegen des Ersten Weltkrieges zunächst häufig, seit Mai 1917 war es Rudolf Feuerstake.

Durch wachsende Schülerzahlen wurden 1933/34 Umbauten erforderlich. Die Lehrerwohnungen im Obergeschoss wurden zu weiteren 3 Klassenzimmern umgebaut. Die Lehrer mussten ihren Wohnsitz fortan außerhalb der Schule nehmen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die beschädigte Schule relativ schnell wieder hergerichtet, auch Dank des Engagements der Marzahner. Wegen der vielen Flüchtlingskinder besuchten zeitweise mehr als 700 Schüler den Unterricht, darunter auch Kinder aus Hellersdorf. Erster Direktor wurde Fritz Neuendorf, unter den Lehrern waren viele Neulehrer, die parallel zu ihrer Unterrichtstätigkeit am Nachmittag noch selbst die Schulbank drückten.

Am 21.07.1977 wurde die Schule unter Denkmalschutz gestellt, die Schulnutzung zum Schuljahr 1977/78 beendet. Zunächst beherbergte das Gebäude dann die Schulverwaltung, später andere Verwaltungseinrichtungen des Bezirks Marzahn, zuletzt das Wohnungsamt.

Im Juni 1998 begann der Umbau zum Bezirksmuseum. Am 31.07.1999 wurde der erste Bauabschnitt (Ausstellungsräume im Erdgeschoss, Veranstaltungsraum und Archivräume im Kellergeschoss) übergeben, am 11.09.1999 fand dann die Eröffnung des Bezirksmuseums Marzahn mit der Ausstellung „20 Jahre Marzahn. Geschichte - Bauen - Leben“ statt. Der 2. Bauabschnitt wurde im Jahr 2000 mit der Fertigstellung der Büroräume im 1. Obergeschoss und der Fassadensanierung abgeschlossen.