Aktuell
Temporäre Kunstprojekte für die Helle Mitte 2012
Vor fünfzehn Jahren entstand im Herzen der Großsiedlung Hellersdorf ein neues Stadtteilzentrum, das als eine komplette Stadt geplant und in Teilen gebaut wurde. Aber dennoch erscheint das heutige Stadtteilzentrum „Helle Mitte“ an manchen Orten noch sehr unfertig und unwirtlich. Es zeugt davon, dass sich Stadt nicht einfach implantieren lässt und dass die Stadtwerdung einer gesellschaftlichen und politischen Entwicklung unterliegt. Temporäre künstlerische Projekte sollen die noch unfertigen, aber auch die schon fertigen Ecken und Plätze der heutigen City Hellersdorf unter die Lupe nehmen und Anstöße für eine künftige vielschichtige Weiterentwicklung dieses Stadtraums und Impulse für seine Vitalität geben und den Prozess des Stadtumbaus begleiten.
Im Herbst 2011 führte das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf von Berlin einen offenen Kunstwettbewerb für professionelle Künstlerinnen und Künstler, die in Berlin leben und arbeiten, durch. Aus 54 eingereichten Entwürfen wählte eine Fachjury im Dezember 2011 die folgenden Kunstprojekte zur Realisierung im Jahr 2012 aus.
Anna Borgman / Candy Lenk LUFTSCHLOSS
Die Künstlerinnen bauen ein 12 Meter hohes Luftschloss auf dem Alice-Salomon-Platz. Grüne Netze bilden eine offene Form innerhalb eines Baugerüstes. Ein Werk zwischen Permanenz und Flüchtigkeit, Verhüllung und Transparenz, zwischen Baustelle und Wolke, Schloss und Luft, Idee von Stadt und ihrer Verwirklichung.
Dellbrügge & de Moll DANCING IN THE STREETS. SINGING A PATTERN ...
Die Aneignung und Teilhabe der Bewohner am öffentlichen Raum ist Thema dieses Kunstprojektes. Eine an einem Filmmusical aus den 1960er Jahren und einer „Muster-Sprache“ für eine lebendige Stadt orientierte musikalisch-tänzerische Performance wird in Kooperation mit bezirklichen Bildungsträgern entwickelt.
Benoît Maubrey HELLE STIMME
MOBILE KLANGSKULPTUREN: AUDIO BALLERINAS und VIDEO PFAUEN bewegen sich durch Hellersdorf. Tänzer/innen mit Audio-Kleidern durchkämmen die Hauptstraßen und suchen „künstlerische Nahrung “ wie die Stimmen von Passanten oder zufällige Geräusche. Diese werden verarbeitet, verfremdet und verstärkt.
Oliver Oefelein MARTFORSCHUNG
Die Farben aus der Werbung werden der Kunst wieder zurückgeben. Eine vermeintliche „Promotion-Aktion“ für die Farben Grün und Rot findet im Zentrum "Helle Mitte" statt. Der Prozess der Vereinnahmung der Kunst durch Werbung soll umgedreht werden, die Kunst soll die Werbung vereinnahmen, um wieder ihre Autonomie zurück zu erobern.
Anke Westermann SIRIUS
Ein Apparat für Menschen und Vögel, ausgestattet mit Kamera u.a. Maschinen, steht auf dem Alice-Salomon-Platz in Berlin Hellersdorf. Das Thema „Überwachung“ wird humorvoll gebrochen und spielerisch - auch durch den Einsatz einer Popcornmaschine - verfremdet.
Rolf Wicker / Barbara A. Keiner WBS 350 BC
Eine Brache zeigt statt Zukunftsvision Vergangenheit. Das Kunstprojekt WBS 350 BC greift die überraschenden Erkenntnisse der Grabungen im antiken Priene auf und verknüpft sie mit den städtebaulichen Planungen der DDR und der Nachwendezeit in Hellersdorf. Das Kunstprojekt wird zu einem imaginären Urlaubsort mit großer Liegeterrasse mitten im Berliner Alltag.
Die genauen Termine und Orte werden demnächst bekannt gegeben.
H-O-P-E

Kunstaktion zum Mitmachen von Alfred Banze
www.unitednationshope.wordpress.com
Vor der Galerie M
Marzahner Promenade 13, 12679 Berlin
www.galerie-mh.de
Mittwoch 26. Oktober 17 - 20 Uhr
Das Projekt H-O-P-E von Alfred Banze geht von einem Wandgemälde aus, das der Norwegische Künstler Per Krogh 1950 für den Saal des UN Sicherheitsrates geschaffen hat.
H-O-P-E erkundet Visionen und Meinungen zu den VEREINTEN NATIONEN heute.
1 – Was fällt Ihnen zu den Vereinten Nationen ein, gutes wie schlechtes ?
2 – Schauen Sie sich das Wandgemälde an, was denken Sie darüber?
3 – Gibt es einen Bereich des Gemäldes, den Sie besonders mögen?
4 – Entwickeln Sie einen „Remix“ dieses Bildteiles, der Ihre Gedanken zur UN ausdrückt.
Im Aussenraum vor der Galerie M in Berlin Marzahn, vor einer grossen Reproduktion des UN Wandgemäldes, finden Gespräche und Livevideo-Improvisationen zum Thema statt. Ausserdem werden erste Ergebnisse aus Bangkok, Thailand und Berlin-Moabit als Videoprojektionen vorgestellt.
Weitere Events in Kinshasa, R.D. Congo und Phnom Penh, Cambodia sind in Vorbereitung. Das Projekt wird gefördert durch das Institut für Auslandsbeziehungen. Ergebnisse werden Teil einer interaktiven Installation für eine Ausstellung UNITED NATIONS REVISITED im kommenden Jahr.
Temporäre Kunstprojekte in der Marzahner Promenade 2011
In der Woche vom 8.8. bis zum 14.8.2011 wird das Projekt Sandpromenade von Schirin Kretschmann zu erleben sein. 300-500 kg schwarzer Kristallfarbsand wird per Besen und Schaufel eine Woche lang von der Künstlerin und Helfern durch die Marzahner Promenade bewegt. Auf seinem Weg durch die Promenade in Richtung Eastgate passt sich der Sand den örtlichen Gegebenheiten an und erscheint in immer wieder anderen (Sand-)Bildern, mal zu einem Haufen aufgeschüttet, ein andermal teppichartig ausgebreitet. Helfer sind sehr willkommen!
Ein weiterer Beitrag ist das Kunstprojekt “Silberstreif“ von Holger Beisitzer. Als Silberstreif am Horizont soll die Kunst die besseren Zeiten nicht nur ankündigen, sie soll diese Zeiten am besten auch gleich einläuten. Warum also nicht gleich diesen Silberstreif wortwörtlich nehmen?! Den Silberstreif vom Horizont holen und uns direkt zu Füßen legen...In einer mehrtägigen „Aktion Silberstreif“ werden der Künstler und ein Helfer vom 22.8.bis zum 27.8.2011 die Gitterroste der Abflussrinnen in der Promenade reinigen und mit Silberbronze streichen. Durch die strukturierte Oberfläche der Roste ergeben sich zusammen mit der Silberbronze Glitzereffekte, ein poetischer Hinweis auf das oft Unbeachtete und Übersehene.
Für das dritte Projekt „Eine Hommage an das Spazierengehen im Park“ von Hans Winkler wird ein Teilstück der Marzahner Promenade zwischen Eastgate und Kaisers zu einer temporären Bühne verändern. An sieben Tagen, vom 5.9. bis zum 11.9.2011 werden dort zwei SchauspielerInnen täglich, jeweils für eine Stunde, während des Promenierens Texte zum Spazierengehen vortragen. Ausgiebige Spaziergänge bringen oft außergewöhnliches zum Vorschein. Sie lenken den Blick auf Details, auf oft Unscheinbares und es scheint, dass der Zugang zum öffentlichen Raum zumeist nur durch das Spazierengehen und Herumschweifen erfolgt. Dem Spazierengehen wird ein flüchtiges Denkmal gesetzt.
Die fünfjährige Reihe temporärer künstlerischer Projekte in der Marzahner Promenade begann im Jahr 2010. Das Thema der Projektreihe ist der Ort selbst: Am Beispiel der Marzahner Promenade sollen sich die künstlerischen Arbeiten mit der Frage des Funktionierens von Stadt und Stadtraum befassen. In Form von temporären künstlerischen Installationen, Interventionen, Aktionen im Stadtraum soll der Wohn- und Lebensort Marzahner Promenade hinsichtlich seiner heutigen und zukünftigen Potenziale thematisiert werden. Mit unterschiedlichen künstlerischen Mitteln wird der öffentlicher Raum der Promenade befraget, verändert und belebt.
Ein Projekt des Bund-Länder-Programms „Aktive Stadtzentren“.
Weitere Informationen zu den Kunstprojekten unter 030 – 5450294(Galerie M)
Kunstprojekte in der Marzahner Promenade 2010
Die Künstlerin Seraphina Lenz verpackte die Betonsitzelemente entlang der Marzahner Promende in Holzkisten. Auf einigen ist das Wort „Fehlen“ zu lesen. Mit dieser simulierten Bauhandlung thematisiert die Künstlerin die Veränderung der Marzahner Promenade, einen Zustand zwischen nicht mehr und noch nicht.
Ein sehr poetisches Kunstprojekt realisiert der Künstler Sebastian Gräfe. Bis zum Ende des Jahres 2010 flanierte wöchentlich, jeweils am Donnerstag gegen 16.00 Uhr eine Person die Marzahner Promenade vom S – Bahnhof Marzahn in Richtung Freizeitforum entlang. Unter dem Arm trug sie einen so genannten Ghettoblaster. Aus den Boxen dringt jedoch keine laute Musik sondern der frühlingshafte Gesang heimischer Vögel.
Ermöglicht wurde dieses Projekt durch das Bund-Länder-Programm „Aktive Stadtzentren“.
Twende Berlin - Makin a Dot

Performance mit dem Public Art Aktivisten Upendo Hero, group 6 Ukoo Flani aus Nairobi/Kenia und den Berliner Künstlern Klaus W. Eisenlohr, Johann Zeitler und Thomas Wagner am Freitag, 19.11.2010 ab 14.00 Uh in der Marzahner Promenade
Twende Berlin ist ein internationales Kunstprojekt mit einer Reihe von Aktionen und Erkundungen des öffentlichen Raums.
Die Aktion am 19.11. 10 ist sehr einfach: Weiße Kreidepunkte und afrikanische Zeichen werden auf den Boden der Marzahner Promenade gemalt.
Making a Dot - “Einen Punkt machen³ ist im Deutschen eine sehr symbolträchtige Aussage. Die Künstler werden Passanten nach einem wichtigen Punkt fragen um diesen dann mit ihnen zu markieren. Vielleicht einen Ort, den man täglich durchquert, einen Punkt wo man jemanden zum ersten Mal traf, einen Ort, der einem einfach vertraut erscheint, oder man einen Streit zugesehen hat
Am Ende der Aktion wird es Life Musik geben und ein gemeinsames Straßenbild wird vor dem Atelier von Thomas Wagner in der Marzahner Promenade 37, 12679 Berlin entstehen. Die Performance beginnt am 19.11.2010 um 14.00 Uhr vor dem Atelier.
Zum Projekt entsteht ein Dokumentarfilm über “Public Space Activism³ in Berlin.
Partner:
Künstler: Klaus W. Eisenlohr, Johann Zeitler, Thomas Wagner, Berlin
Upendo Hero, Nairobi, Kenia
Gruppe 6 Ukoo Flani
Galerie M, Karin Scheel
Links:
"Canale Grande" Projektion von Daniela Butsch
Am 24.3.2007 zeigte Daniela Butsch ihre Videoprojektion „Canale Grande“ auf der Fassade der Alice-Salomon-Fachhochschule. Dieses Projekt fand im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Kultour a la Carte“ statt und wurde finanziert aus Mitteln des Bezirkskulturfond.
Weiter temporäre Projekte im öffentlichen Raum sind unter www.galerie-mh.de zu finden.





