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VERANSTALTUNGEN

Sonderöffnungszeit:

Ab sofort wird die Ausstellung im Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf, Haus 1 an den Tagen der Abendveranstaltung am Mittwoch auch von 17 - 18 Uhr geöffnet sein!


 

Marzahn-Hellersdorfer Gespräch zur Geschichte

Mittwoch 14. Dezember 2016, 18 Uhr

Aus Stroh Gold spinnen.
Produktgestaltung in der DDR

Vortrag mit Präsentation von Günter Höhne, Kulturjournalist und Buchautor



Angefangen von den ersten Jahren des Wiederaufbaus nach 1945 bis hin zur einsetzenden De-Industrialisierung Ostdeutschlands nach der Wiedervereinigung hatten sich Designerinnen und Designer in der DDR mit mannigfaltigen spezifischen Problemen auseinanderzusetzen. Enge Grenzen von Materialverfügbarkeit und Produktionstechnologien, aber auch ökonomische und kulturpolitische Staatsvorgaben und nicht zuletzt westliche Handelsembargos forderten den DDR-Produktentwicklern und -gestaltern oftmals ungleich mehr ab als den aus dem Vollen schöpfenden Berufskollegen „drüben“. War es doch – an den Vorbildern von Werkbund und Bauhaus geschult – ihr Bestreben, bei oftmals beschränkten Möglichkeiten verantwortungsbewusst Gutes, Brauchbares, funktional wie ästhetisch Langlebiges zu gestalten und so mitunter nicht selten auch „aus Stroh Gold zu spinnen“. 

In seinem Vortrag zeigt der Referent, wie Produktgestalterinnen und -gestalter in 40 Jahren DDR darum rangen, die Nachkriegslosung „Das Beste für den Werktätigen“ mit Leben zu erfüllen.

Günter Höhne, 1943 in Zwickau geboren, arbeitet seit 1968 als Journalist in Berlin, war zunächst Rundfunkjournalist bei Radio DDR, anschließend Literaturredakteur bei der Wochenzeitung Sonntag, von 1984 bis 1989 Chefredakteur der Fachzeitschrift für industrielle Formgestaltung form+zweck und danach bis 1994 als Redakteur und Ressortleiter bei der überregionalen Berliner Tageszeitung Neue Zeit tätig. Seit 2001 veröffentlichte Günter Höhne mehrere Bücher überwiegend zur DDR-Designgeschichte.


 

Marzahn-Hellersdorfer Gespräch zur Geschichte

Mittwoch 11. Januar 2017, 18 Uhr

Gut Hellersdorf.
Gebäude erzählen Geschichte

Vortrag mit Präsentation von Gert Jesch, Bezirksmuseum

 

 

 

In seinem Vortrag nimmt der Referent vier ausgewählte Gebäude(-komplexe) aus Gutshof- und Zufahrtsbereich mit besonders aufschlussreichen „Biografien“ genauer unter die Lupe. Bauzeichnungen, Lagepläne und Fotos aus unterschiedlichen Phasen geben uns Kunde von ihren (bau-)körperlichen Veränderungen und ihrem zum Teil recht kontrastreichen „Lebenswandel“: Da wird eine Schäferei zum Gefangenenlager, ein Schweinestall mausert sich zur Kantine. Im Milchhaus wird - nach 80 Jahren und nachdem es den Schnittern zuliebe um ein Stockwerk in die Höhe gewachsen war - plötzlich Bier ausgeschenkt. Das Schulgebäude breitet sich, damit es nicht aus allen Nähten platzt, mit seinen Anbauten in alle Richtungen immer weiter aus, bis es schließlich völlig von der Bildfläche verschwindet. Landarbeiterfamilien und Saisonarbeiter-Ehepaare leben in völlig konträren Verhältnissen unter einem gemeinsamen Dach.

Lassen Sie sich überraschen!


 

Marzahn-Hellersdorfer Gespräch zur Geschichte

Mittwoch 8. Februar 2017, 18 Uhr

Aus dem Alltag eines DDR-Designers

Bärbel Thoelke, Porzellangestalterin aus Berlin, im Gespräch

Bärbel Thoelke studierte von 1958 bis 1963 an der Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst Berlin-Weißensee Keramik und Gefäßgestaltung. Von 1963 bis 1968 arbeitete sie als Werksdesignerin im Porzellanwerk Freiberg/Sachsen. Von 1970 bis 1975 übernahm sie einen Lehrauftrag an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Seit 1970 arbeitet sie freiberuflich als Porzellangestalterin und Keramikerin in der eigenen Werkstatt in Berlin.

Der Schwerpunkt ihrer Arbeiten liegt auf Porzellangefäßen und – objekten, die an der klassischen Moderne orientiert sind. Ihre bekanntesten Arbeiten für die Industrie sind das Mokkaservice „Madeleine“ (1964) und das feuerfeste Haushaltgeschirr „Cordoflam 77“ (1977) für das Porzellanwerk Freiberg/Sa., sowie Kollektionen unikater Porzellangefäße für die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen (2006/2008), die Königliche Porzellan-Manufaktur Berlin (2010/2011), die Schwarzburger Werkstätten für Porzellankunst (2012/2013) und die Porzellanmanufaktur Augarten Wien (2015).

In dem Vortrag gibt sie einen Einblick in ihren Werdegang, zur Arbeit eines Gestalters (sie bevorzugt diesen Begriff gegenüber dem inflationär verwendeten „Designer“) unter den Bedingungen einer Planwirtschaft, die von staatlichen Vorgaben, häufig auch von Materialmangel und Geldknappheit geprägt war, und wie es dennoch gelang, „funktional wie ästhetisch Langlebiges zu gestalten“ (G.Höhne).