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VERANSTALTUNGEN

Sonderöffnungszeit:

Ab sofort wird die Ausstellung im Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf, Haus 1 an den Tagen der Abendveranstaltung am Mittwoch auch von 17 - 18 Uhr geöffnet sein!




Marzahn-Hellersdorfer Gespräch zur Geschichte

Mittwoch 12. Oktober 2016, 18 Uhr

Ein Bayer in Biesdorf. Aus dem Leben des Schauspielers Martin Flörchinger

Vortrag von Lutz Heuer, Historiker



Martin Flörchinger (1909 – 2004) besuchte von 1929 bis 1932 die Schauspielschule Leipzig. Nach verschiedenen Theaterengagements in Deutschland holte ihn Wolfgang Langhoff 1953 an das Deutsche Theater in Berlin, ab 1956 spielte er am Berliner Ensemble. 1951 gab Flörchinger sein Filmdebüt in der DEFA-Produktion „Die Meere rufen“, 1954/55 verkörperte er Karl Liebknecht in Kurt Maetzigs Thälmann-Filmen. Zahlreiche weitere Filme folgten.
1976 siedelte er aus der DDR in seine niederbayrische Heimat über, wo er weiterhin als Schauspieler am Theater sowie für Film und Fernsehen tätig war. Er spielte u.a. im Kinofilm „Die Wildente“, in Literaturverfilmungen und in Fernsehproduktionen. Daneben arbeitete in der DDR und der BRD als Sprecher für Synchronisation und Hörfunk. In seiner Freizeit war Flörchinger ein leidenschaftlicher Zeichner.
Flörchinger lebte einige Jahre in Biesdorf im Ährenweg und war mit der Schauspielerin Elfriede Kohls-Nee verheiratet. Auch Flörchingers Tochter aus erster Ehe Wera Paintner und Enkel Thomas Dehler führten die Schauspieltradition der Familie fort.


 

Marzahn-Hellersdorfer Gespräch zur Geschichte

Mittwoch 9. November 2016, 18 Uhr

Gut Hellersdorf im 19. und 20. Jahrhundert.
Eine topografische Betrachtung der Entwicklungsgeschichte.


Vortrag mit Präsentation von Gert Jesch,
freier Mitarbeiter Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf


Auf der Grundlage von Lageplänen aus den letzten zwei Jahrhunderten, wird die wirtschafts- und baugeschichtliche Entwicklung des bislang wenig erforschten Geländes vom ehemaligen "Gut Hellersdorf" nachvollzogen. Bildmaterial veranschaulicht die historischen Gebäudenutzungen sowie den Ausbau der Verkehrswege. Die Entwicklungsetappen vom feudalen Rittergut zum Berliner Stadtgut mit Rieselfeldwirtschaft und dem späteren LPG-Betrieb der Tier- und Pflanzenproduktion werden nachskizziert. Der florierende landwirtschaftliche Betrieb inmitten einer entstehenden städtischen Großsiedlung endete nach der Wende abrupt; seitdem hat sich das Gelände allmählich zu einem Gewerbehof entwickelt. Möglichkeiten und Grenzen des Denkmalschutzes werden thematisiert.


 

Marzahn-Hellersdorfer Gespräch zur Geschichte

Mittwoch 14. Dezember 2016, 18 Uhr

Aus Stroh Gold spinnen.
Produktgestaltung in der DDR

Vortrag mit Präsentation von Günter Höhne, Kulturjournalist und Buchautor



Angefangen von den ersten Jahren des Wiederaufbaus nach 1945 bis hin zur einsetzenden De-Industrialisierung Ostdeutschlands nach der Wiedervereinigung hatten sich Designerinnen und Designer in der DDR mit mannigfaltigen spezifischen Problemen auseinanderzusetzen. Enge Grenzen von Materialverfügbarkeit und Produktionstechnologien, aber auch ökonomische und kulturpolitische Staatsvorgaben und nicht zuletzt westliche Handelsembargos forderten den DDR-Produktentwicklern und -gestaltern oftmals ungleich mehr ab als den aus dem Vollen schöpfenden Berufskollegen „drüben“. War es doch – an den Vorbildern von Werkbund und Bauhaus geschult – ihr Bestreben, bei oftmals beschränkten Möglichkeiten verantwortungsbewusst Gutes, Brauchbares, funktional wie ästhetisch Langlebiges zu gestalten und so mitunter nicht selten auch „aus Stroh Gold zu spinnen“. 

In seinem Vortrag zeigt der Referent, wie Produktgestalterinnen und -gestalter in 40 Jahren DDR darum rangen, die Nachkriegslosung „Das Beste für den Werktätigen“ mit Leben zu erfüllen.

Günter Höhne, 1943 in Zwickau geboren, arbeitet seit 1968 als Journalist in Berlin, war zunächst Rundfunkjournalist bei Radio DDR, anschließend Literaturredakteur bei der Wochenzeitung Sonntag, von 1984 bis 1989 Chefredakteur der Fachzeitschrift für industrielle Formgestaltung form+zweck und danach bis 1994 als Redakteur und Ressortleiter bei der überregionalen Berliner Tageszeitung Neue Zeit tätig. Seit 2001 veröffentlichte Günter Höhne mehrere Bücher überwiegend zur DDR-Designgeschichte.