Sie befinden sich hier: Home : BEZIRKSMUSEUM MARZAHN-HELLERSDORF : VERANSTALTUNGEN 

VERANSTALTUNGEN


Am Tag der Veranstaltung ist das Bezirksmuseum Haus 1 ebenfalls von 17 - 18 Uhr geöffnet!


© Bezirksmuseum Marzahn-Hellersdorf

Marzahn-Hellersdorfer Gespräch
zur Geschichte

Mittwoch, 13. März 2019, 18 Uhr

 

Die Märzkämpfe 1919.
Eine Spurensuche in
Marzahn-Hellersdorf

 

Vortrag mit Präsentation von
Karl-Heinz Gärtner, Biesdorfer Ortschronist


Der Erste Weltkrieg war zu Ende, der Kaiser hatte abgedankt. Deutschland stand an der Wende von der Monarchie zur Republik. Mit der November-Revolution 1918 setzte eine Zeit heftiger politischer Auseinandersetzungen ein. Vom Generalstreik und den bewaffneten Kämpfen in Berlin im Januar 1919 bis zu den Märzkämpfen in Berlin und Lichtenberg, als die revolutionären Kräfte durch die Regierungstruppen bzw. der Freikorps niedergeschlagen wurden, verloren mehr als 1400 Menschen ihr Leben. Diese Ereignisse haben auch Spuren in Marzahn und besonders in Biesdorf und Kaulsdorf hinterlassen. In den Dörfern des heutigen Bezirks Marzahn-Hellersdorf suchten die Freikorps-Soldaten nach Waffen und machten Jagd auf Andersdenkende unter der Bevölkerung.

Vor Kurzem aufgefundene Bilder und Zeitdokumente zeigen, wie sich die Märzkämpfe 1919 auch in unseren Dörfern auswirkten. Diese bisher unbekannten Ereignisse beleuchtet der Referent in seinem Lichtbildervortrag.


Berndt Götz wohnte vermutlich in diesem ehem. Beamtenwohnhaus, heute Haus 34 ©Bezirksmuseum / Krömling

 

Marzahn-Hellersdorfer Gespräch
zur Geschichte

Mittwoch, 17. April 2019, 18 Uhr

Der jüdische Oberarzt Dr. Berndt Götz - Wuhlgarten 1933-1945

Vortrag von Constanze Lindemann, Historikerin



Zu Beginn des Jahres 1933 waren etwa elf Prozent aller in Deutschland tätigen Mediziner als jüdische Ärzte verzeichnet. Für sie leitete, nach dem Machtantritt der Nazis, das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums vom 7.4.1933 die berufliche und gesellschaftliche Existenzvernichtung ein. Bereits am 15.4. berichtete der "Karlshorster Anzeiger", dass "in der Heil- und Pflegeanstalt Wuhlgarten 19 Personen, darunter ein jüdischer Arzt, der Oberarzt Berndt Götz" entlassen wurden. Dr. Götz, der auf dem Gelände der Pflegeanstalt auch gewohnt hatte, wurde kurzzeitig inhaftiert und nach seiner Entlassung vom Kutscher auf dem Gutshof der Anstalt versteckt. 1934 gelang ihm die Ausreise nach Palästina.
Die weit mehr als 8000 deutschen jüdischen Ärzte durften nicht mehr praktizieren, einige wenige wurden noch eine Weile als "jüdische Krankenbehandler" für ausschließlich jüdische Patienten geduldet. Die Genehmigung Deutschland zu verlassen bekam nur, wer durch die "Reichsfluchtsteuer" faktisch mittellos gemacht worden war. Etwa 2000 Mediziner, denen das nicht mehr gelang, wurden ermordet.