KULTUR - Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf
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Kommende Veranstaltung in der Ausstellung

Samstag, 7. Dezember 2019, um 17 Uhr
FRAUEN IN BERLIN

Dokumentarfilm von Chetna Vora, DDR 1982, 139 Min.
Zu Gast: Christa Schuenke und Renate Hürtgen,Thomas Plenert, Petra Heymann und Jörg Foth

In langen, kaum geschnittenen Einstellungen sprechen Frauen über ihr Leben. Alle Gespräche sind in Innenräumen gedreht und zeugen von Vertrauen und großer Offenheit. Es geht um die Arbeit, die Beziehung, was vom Tage bleibt, um das Familiäre, das selbstverständlich politisch ist. Zum roten Faden der Gespräche wird das Verhältnis von Wunsch und Wirklichkeit und womöglich die Ahnung, dass eine dauerhaft glückliche Beziehung mit einem Mann ebenso unwahrscheinlich ist, wie eine glückliche Zukunft des Arbeiter- und Bauernstaats.

Chetna Vora kam 1976 zum Regiestudium an die HFF in Babelsberg. Frauen in Berlin wäre ihr erster Langfilm geworden, die Produktion wurde jedoch vor Fertigstellung von der HFF abgebrochen und das Negativmaterial größtenteils vernichtet. Geblieben ist eine zuvor heimlich auf Video abgefilmte Rohfassung, die gerade in dieser Form zu einem unschätzbar aufrichtigen Dokument geworden ist. Chetna Vora zog 1983 mit ihrem Lebenspartner, dem Filmemacher Lars Barthel, und der gemeinsamen Tochter nach Indien. Sie starb 1987. (Tobias Hering, Begleittext zur Filmreihe In deutscher Gesellschaft. Passagen-Werke ausländischer Filmemacher*innen 1962–1992, 2018)

Eintritt frei
Die Ausstellung ist ab 16 Uhr geöffnet.

09.11.2019 - 18.01.2020
WANDEL UND ANNÄHERUNG
Ausstellung anlässlich des 30. Jahrestages
des Mauerfalls

Franziska Hauser

Georg Krause

Roger Melis

Aram Radomski

Hans Scherner

Birgit Wiemann

Vernissage:
Samstag, den 9. November 2019, 18 Uhr

Laudatio: Ralf Marschalleck

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"Zwischen Bunt & Bestialisch
im Hirn von BAADER-Holst"

Sechs Fotografinnen und Fotografen, Dabeigewesene blicken zurück auf die 80er und 90er des 20. Jahrhunderts im Osten Deutschlands. Blicken auf das Land, die Zeit, auf sich selber. Was ist [uns] geschehen? Vielleicht werden blinde Flecken sichtbar, vielleicht zeigen sich erhellende oder skurrile Zusammenhänge. Es können Bezüge zueinander gefunden werden, braucht es aber nicht. Die sechs Ebenen in der Pyramide und die drei großen Raumvitrinen lassen Raum für Vieles. Ein umfangreiches Begleitprogramm wird dazu angeboten.
Man kann sich dem Thema auf sehr verschiedene Weise nähern.

 

Uns begegnen sechs unterschiedliche Sujets und Präsentationen. Franziska Hauser hielt in den 90er Jahren im sich rasant wandelnden Berlin „Urbane Exponate“ mit der Kamera fest, bizarre, flüchtige, alltägliche, zu denen kurze Texte entstanden.

Georg Krause schaute in den 80ern jungen Soldaten der NVA in die Gesichter und dem militärischen Gestus hinter die Fassade. "Mütter sollen nicht weinen" nennt er diese konkret verortete und doch zeitlose Serie, die hier zum ersten Mal zu sehen sein wird.

 

Eine Besonderheit der Ausstellung ist die Fotoserie von Roger Melis „Marzahn ‘83“. Im eigenen Auftrag und quasi als Gegenstück zu seinen Prenzlauer Berg- und Mitte-Fotografien machte sich der „Meister des ostdeutschen Fotorealismus“ 1983 ein eigenes Bild von der neuentstehenden Stadt auf ehemaligen Rieselfeldern. Im 40. Jahr des Bestehens von Marzahn-Hellersdorf wird diese Serie erstmals hier gezeigt. Gleichzeitig jährt sich in diesem Jahr der Todestag von Roger Melis zum 10. Mal.

 

Aram Radomski nennt seine Foto-Installation: [ Die Fixierung des Flüchtigen 1985 - 1992 ]. Alltags-Bilder im besten Sinne der letzten Jahre der DDR, gesehen mit den Augen eines Mittzwanzigers. Dazu kommen aktuelle Portraits von Weggefährten, in deren Gesichtern die Zeit sichtbar ihre Spuren hinterließ.

 

Hans Scherner, Ende der 80er Jahre als Psychologe im Jugendbereich Marzahns tätig, fotografierte vor Ort Baugeschehen, Landschaft und Menschen als Spiegel dessen, was in der Gesellschaft vor sich ging. Es sind die originalen „Abzüge“, die hier ausgestellt werden und deren Material und Haptik ihre eigene Sprache sprechen.

 

Auch Birgit Wiemann hat ihre alten Bilder gesichtet. „Graues Land“ lautet der Befund der ehemaligen Bauingenieurin und Denkmalpflegerin, die heute als Keramikerin im Bezirk lebt und arbeitet. Mit geschultem Auge sah sie die Verwerfungen vor allem im Kleinen und Konkreten, mit Humor und Eigensinn suchte sie ihnen zu begegnen.

 

 

Veranstaltungen in der Ausstellung

Samstag. 16.11.2019, 17 Uhr
Heim-Weh und Entlassen, DOK, 1989 - 1993, 120 min
Der Dokumentarfilm in zwei Teilen von Ralf Marschalleck und Frank Reinhold
begleitet Heimkinder in Marzahn durch eine sich wandelnde Gesellschaft.

Gespräch mit Filmemachern und Publikum.

Ralf Marschalleck war in der DDR ein gestandener Dokumentarfilmer, als er Anfang 1989 vom Leiter des Kinderheims „Pawlik Morosow“ (Heim I in Marzahn), die Erlaubnis bekam, einen Film über das Leben der Kinder und Jugendlichen im Heim zu machen. Es ergab sich eine Zusammenarbeit mit der ältesten Gruppe. Die Jugendlichen zeigen ihren Alltag und äußern sich zu ihren Sehnsüchten. Sie bereiten sich auf ihre Entlassung vor und unterstützen sich dabei.

In dem Moment ereilt alle der Mauerfall und der Systemwechsel. Der Film „Heim-Weh“ wurde unabhängig gedreht. D.h., er ist ohne offiziellen Auftrag entstanden und nur der guten Zusammenarbeit im Heim I Marzahn zu verdanken. Ralf Marschalleck und sein Partner Frank Reinold waren frei von politischen oder fachlichen Vorgaben.

Drei Jahre später kommen die Filmemacher zurück und schauen, was aus ihren Protagonisten geworden ist, deren Weg ins Leben gleichsam ein Weg in eine sich rasant verändernde Gesellschaft ist. Die Filme „Heim-Weh“ „Entlassen“, wurden im Fernsehen ausgestrahlt. Bei der bisherigen Aufarbeitung der DDR-Jugendhilfe kam dieser unabhängige Blick auf das Leben der Jugendlichen im Heim bislang jedoch kaum vor.


30.11.2019, 17 Uhr
Geschichte schreiben mit der Kamera
Im Gespräch mit Aram Radomski
Eintritt frei

Aram Radomskis Fotoinstallation [_Die Fixierung des Flüchtigen_] ist Teil der aktuellen Ausstellung „Wandel und Annäherung“. Über 70 Schwarz/Weiß-Fotografien aus der Zeit 1985 - 1992 werden in Bezug gesetzt zu persönlichen Texten aus den 90ern und lassen die Betrachter eintauchen in die Stimmung und Verfasstheit der Jahre vor und nach dem Mauerfall.


Im Rahmen des Begleitprogramms der Ausstellung erzählt der Fotograf, Filmemacher, Theatermann, Kulturmanager, Unternehmer, Bürgerrechtler und Bundesverdienstkreuzträger Radomski am Samstag, den 30. November 2019, um 17 Uhr, von Hintergründen und Begleitumständen der Entstehung seiner Bilder. Auch von seinen wohl berühmtesten Aufnahmen von der Leipziger Montagsdemonstration am 9. Oktober 1989, als er zusammen mit Siegbert Schefke trotz Stasiüberwachung heimlich nach Leipzig fuhr und die sensationellen Filmaufnahmen vom „Tag der Entscheidung“ drehte: 70.000 friedlich demonstrierenden Menschen, die nicht mehr durch Sicherheitskräfte aufzuhalten waren. Via Tagesthemen ging das Signal in die Welt. Einen Monat später fiel die Mauer.

 

 

Samstag, 07.12.2019, 17 Uhr
Frauen in Berlin, DOK, 1982, 136 min
Dokumentarfilm von Chetna Vora über das Leben von Frauen in Ost-Berlin Anfang der 80er Jahre mit anschließendem Publikumsgespräch.

 

Samstag, 14.12.2019, 17 Uhr

Wendegeschichten
Lesung mit Franziska Hauser

Franziska Hauser ist mit 44 Jahren die jüngste der sechs Ausstellenden in der Ausstellung "Wandel und Annäherung". Sie ist nicht nur Fotografin sondern auch erfolgreiche Autorin. Gerade ist ihr dritter Roman "Die Glasschwestern" bei eichborn erschienen. Daneben schreibt sie regelmäßig für FAZ, taz, Freitag und die Berliner Zeitung sowie monatlich für das Magazin. Und sie ist Mitgastgeberin der Berliner Lesebühne Des Esels Ohr. Als solche für Kurzgeschichten besonders prädestiniert, präsentiert sie uns eine Auswahl zum Thema "Wandel und Annäherung" oder einfach: Wendegeschichten.

Freitag, 17.01.2020, 17 Uhr

Die Kunst des Erinnerns Paneldiskussion zur Finissage Resümee ein Jahr „Wendefeiern“  

 

 

Ein Projekt des Fachbereichs Kultur Marzahn-Hellersdorf. Gefördert aus Mitteln des Bezirkskulturfonds.


Kooperationsveranstaltungen an anderen Orten

Veranstaltungen im Rahmen der Ausstellung „Das Jahr 1990 freilegen oder: Aufführung eines Buches“ von Anne König und Jan Wenzel in Kooperation mit der station urbaner kulturen / nGbK Hellersdorf,  Auerbacher Ring 41, Eingang Kastanienboulevard


04.11.2019, 20 Uhr
Nie / Wieder Deutschland
Gespräch mit Manuela Bojadžijev, Frigga Haug und Wolfgang
Fritz Haug über marxistische, feministische und migrantische
Perspektiven auf das Jahr 1990. Moderiert von Jochen Becker.


14.11.2019, 19 Uhr
„Material“ sichten
Filmscreening des Dokumentarfilms „Material“ (D, 2009)
von Thomas Heise
Mit Kommentaren von Madeleine Bernstorff.


27.11.2019, 19 Uhr
Das Jahr 1990 freilegen
Buchvorstellung von Anne König & Jan Wenzel, 2019.
Gespräch mit den Autoren u.a. über die verpassten
Möglichkeiten um 1990. Moderiert von Elske Rosenfeld.


Veranstaltung in Kooperation mit dem
Quartiersmanagements Marzahn NordWest und dem
Kieztreff West, Ahrensfelder Chaussee 148, 12689 Berlin


05.12.2019, 18 Uhr
Aufbruch zwischen den Generationen
„Alles andere zeigt die Zeit“
Film von Andreas Voigt, 2015
anschließend Gespräch mit dem Regisseur


AUSSTELLUNGSZENTRUM PYRAMIDE  Riesaer Str. 94, 12627 Berlin

Öffnungszeiten:  Montag – Freitag 10 – 18 Uhr oder nach Vereinbarung

EINTRITT FREI

Tel.: 030 / 90293 – 4132    Fax.: 030 / 90293 – 4115

Ansprechpartnerin: Carolina Winkler     e-mail:carolina.winklerdon't want spam(at)ba-mh.berlin.de