GRÜNDERZEITSAMMLUNG IM GUTSHAUS MAHLSDORF

Ein Schmuckstück und Kleinod im Grünen
Die Sammlung des Gründerzeitmuseums wurde von Charlotte von Mahlsdorf, einer faszinierenden Berliner Persönlichkeit, mit Leidenschaft und Hingabe aufgebaut. Charlotte, wie Sie liebevoll von allen einfach genannt wurde, kam 1928 als Lothar Berfelde auf die Welt und verbrachte viele Jahre damit, Dinge zu sammeln, die das Leben im späten 19. Jahrhundert widerspiegeln. Ihre Liebe zur Geschichte und zur Bewahrung von Alltagsgegenständen spiegelt sich in jedem Detail ihrer Sammlung wider.
Schon 1960 eröffnete sie das Gründerzeitmuseum im damals völlig verwahrlosten Gutshaus Mahlsdorf. Charlotte von Mahlsdorf, die in den 1990er Jahren als eine der bekanntesten Transpersonen in Deutschland bekannt wurde, trug mit ihrer Sammlung zur Bewahrung des kulturellen Erbes der Region bei. 1997 zog sie mit einem Teil ihrer Sammlung nach Schweden, doch das Mahlsdorfer Gutshaus, das damals acht vollständig eingerichtete Zimmer im Gründerzeitstil, eine Musikmaschinensammlung, zwei Küchen sowie die berühmte Zillekneipe Mulackritze beinhaltete, blieb als wertvoller Ort der Erinnerung in Berlin erhalten. 1998 erwarb das Land Berlin diese einzigartigen Sammlungsstücke.
Seitdem kümmert sich der Förderverein Gutshaus Mahlsdorf e.V. zusammen mit dem Berliner Senat und dem Fachbereich Kultur Marzahn-Hellersdorf um Sammlung und Museum, sorgt für die Sanierung des historischen Gebäudes und dafür, dass Charlotte von Mahlsdorfs Lebenswerk auch nach ihrem Tod in Berlin lebendig bleibt. Der Verein hat das Gebäude und die Sammlung in liebevolle Obhut genommen, damit die Besucher in die vergangene Zeit eintauchen können.
Heute erwartet die Gäste des Museums ein eindrucksvolles Erlebnis: 19 vollständig eingerichtete Räume, die den Zeitraum von 1870 bis 1900 authentisch widerspiegeln. Was diese Sammlung so besonders macht, ist die Vielfalt der Exponate.
Ein besonderes Highlight der Sammlung sind die Musikautomaten, die Charlotte von Mahlsdorf als gelernte Museumskonservatorin mit viel Hingabe pflegte und deren Funktionsweise die Besucher im Rahmen von Führungen erleben können. Spieldosen, Phonographen, Grammophone, selbstspielende Pianolas und ein ganzes Tanzsaal-Orchestrion erwecken die Geschichte der Musik aus dieser Zeit zum Leben und sind der Höhepunkt bei Führungen.
Der dazugehörige historische Park, der liebevoll wiederhergestellt wurde, lädt zu einem Rundgang im Grünen ein. Das gesamte Ensemble steht unter Denkmalschutz und bewahrt das historische Erbe des Gutes für kommende Generationen.
Das Gründerzeitmuseum ist nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein Zeugnis von Charlotte von Mahlsdorfs Lebenswerk, ihrer persönlichen Geschichte und ihrer unermüdlichen Leidenschaft für die Geschichte des 19. Jahrhunderts. Ein Besuch hier ist wie eine Zeitreise, die die Besucher sowohl in die Vergangenheit entführt als auch einen besonderen Blick auf die Geschichte der Transkultur in Deutschland wirft.
Mehr Informationen finden Sie hier: http://www.gruenderzeitmuseum-mahlsdorf.de/


