KULTUR - Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf

AKTUELLE AUSSTELLUNGEN

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HAUS 1 - Alt Marzahn 51


#born to graff. Graffiti in Marzahn-Hellersdorf

Ausstellungszeitraum: 19. September 2022 bis 10. Februar 2023
Öffnungszeit: Mo - Fr, 10 - 18 Uhr

Im Sommer 1985 kommt der Film Beat Street in den ostdeutschen Kinos. Er wird ein Riesenerfolg und markiert den Beginn einer Hip-Hop-Jugendkultur in der DDR. Die Popularisierung von Breakdance, aber auch von Graffiti als einem Element von Hip Hop, ist nicht mehr aufzuhalten. Eine Graffitiszene, die sich in Crews zusammenschließt und auf den Straßen sprüht, bildet sich jedoch erst nach dem Mauerfall. Marzahn und Hellersdorf bieten in den 1990er-Jahren die perfekten Voraussetzungen: Die zahllosen grauen Betonflächen und eine Jugend auf den Straßen, die nach Perspektiven und Identität sucht.

Die Ausstellung erzählt die Geschichte dieser Jugendkultur, die seit Jahrzehnten die Gemüter erhitzt, und erläutert Schlüsselbegriffe des Graffiti. Im Zentrum der Präsentation stehen zahlreiche Graffiti, die seinerzeit auf Wände, entlang von Bahnlinien und auf Züge gesprüht wurden. Akteur:innen der Szene kommen in Texten, Hör- und Videostationen zu Wort, originale Objekte lassen den Zeitgeist der 1990er-Jahre wieder aufleben.

Autor:innen der Ausstellung: Annika Hirsekorn, Niko Dierchen

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Offene Workshops zur Ausstellung für alle Interessierten - Anmeldung erbeten!!!

In der Werkstatt „Born To Graff“ entwickeln die Teilnehmenden nach einer kurzen Einführung in die Ausstellung ihr eigenes Tag, ihren eigenen Style oder Character. Diese werde dann auf einen Bogen Stickerpapier übertragen und ausgeschnitten. In der Werkstatt lernen die Teilnehmenden typografische Grundregeln, den Aufbau eines Styles und seine einzelnen Elemente wie Pfeile und Verbindungen.

23. September, 21. Oktober, 11. November, 18. November und 16. Dezember 2022, jeweils 16 bis 18 Uhr
Anmeldung erbeten unter Tel. 54 79 09 21 oder info@museum-marzahn-hellersdorf.de

Das Projekt wird aus Mitteln des Bezirkskulturfonds gefördert.


Ausstellung im Haus 2, Alt-Marzahn 55


 

Ausstellungszeitraum: 15. November 2021 bis 22. Dezember 2022

Emil Stumpp
Berliner Porträts der 1920er- und 30er- Jahre
Lithographien

Der Maler und Zeichner Emil Stumpp (1886-1941) ist heute in Deutschland eher unbekannt. In den 1920er- und 30er-Jahren gehörte er zu den wichtigsten Pressezeichnern seiner Zeit. Er porträtierte bekannte Persönlichkeiten aus Politik, Wissenschaft, Kunst und Gesellschaft und ließ seine „Modelle“ die Zeichnungen eigenhändig unterschreiben. Stumpp hinterließ ein immenses Gesamtwerk von zwanzigtausend Lithografien, unzähligen Aquarellen, Zeichnungen und mehreren hundert Ölgemälden.

Nach seinem Tod gründeten seine Tochter Hedwig und deren Mann Kurt Schwaen das Emil-Stumpp-Archiv. Sie kuratierten daraus eine Ausstellung, die im Juni 1945 als erste Kunstausstellung überhaupt nach Kriegsende in Berlin-Wilmersdorf gezeigt wurde. In den Folgejahren betreute das Ehepaar Schwaen diese Archivbestände weiterhin sorgsam und ermöglichte über Jahrzehnte weitere Stumpp-Ausstellungen in Ost- und Westdeutschland. Ende der 1980er-Jahre ließ Schwaen auf seinem Grundstück in Mahlsdorf einen eigenen Bungalow für diese Werke errichten.

Seit den 1990er-Jahren ist der größte Teil des Nachlasses im Emil-Stumpp-Archiv konzentriert, das sich heute in Gelnhausen befindet. Es wird von Michael Stumpp, einem Neffen Emil Stumpps, betreut. Daneben gibt es weitere Sammlungen u.a. im Deutschen Historischen Museum in Berlin, im Institut für Zeitungsforschung in Dortmund, im Deutschen Bundestag, in vielen Museen und in privaten Graphiksammlungen.

Die Ausstellung zeigt eine kleine Auswahl von Porträts, die vom Kurt-Schwaen-Archiv zur Verfügung gestellt wurden.


Haus 2, Alt-Marzahn 55

Marzahn-Hellersdorf. Bezirksgeschichte(n)
Von den Anfängen bis zu den Großsiedlungen

Dauerausstellung des Bezirksmuseums
Marzahn-Hellersdorf

Die Besucher erwartet ein spannender Gang durch rund 11.000 Jahre Geschichte. Die Ausstellung beginnt mit der Ur- und Frühgeschichte, die den weitaus längsten Zeitraum umfasst. Einen Schwerpunkt bildet die Geschichte der Dörfer Biesdorf, Hellersdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf und Marzahn von ihrer Gründung im 13. bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Blieb das dörfliche Leben vor den Toren Berlins bis Mitte des 19. Jahrhunderts im Wesentlichen unverändert, so vollzogen sich nach 1870 tiefgreifenden Veränderungen. Die Verbindungen zur Hauptstadt Berlin nahmen stark zu, 1920 wurden die bis dahin kommunal selbstständigen Orte eingemeindet. Große Siedlungsgebiete entstanden, die Einwohnerzahl vervielfachte sich. Erste kleine Industriebetriebe siedelten sich an. Jahrzehntelang formten Rieselfelder die Landschaft um Marzahn und Hellersdorf. Auch politisch und kulturell waren die 100 Jahre - vom Kaiserreich über den Nationalsozialismus bis zur DDR - eine Zeit vielfachen Wandels.

In den zurückliegenden 40 Jahren veränderte sich die Region Marzahn-Hellersdorf mehr als je zuvor. 1975 begannen an der Marchwitzastraße im ersten Marzahner Wohngebiet die Tiefbauer die ersten Gruben auszuschachten. Nur gut zwei Jahre später zogen die ersten Mieter der Großsiedlung ein. Durch die Errichtung von mehr als 100.000 Wohnungen bis Anfang der 1990er Jahre nahmen Marzahn und Hellersdorf die Dimensionen von Großstädten an. Nach 1989/90 wandelten sich die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse gravierend. Die Großsiedlungen wurden saniert, neue Häuser entstanden vor allem in den historischen Dörfern und Siedlungen Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf.

Die Ausstellung präsentiert in allen Themenbereichen zahlreiche originale Objekte, darunter das Lackprofil eines 2005 in Biesdorf-Süd entdeckten Korbgeflechtbrunnens aus der älteren Vorrömischen Eisenzeit (400 – 200 v. Chr.) sowie mehrere Architekturmodelle aus der jüngsten Vergangenheit.


Open-Air-Ausstellung Kaulsdorf-Süd 

 

Lager Kaulsdorfer Strasse 90

Im Rahmen des Berliner Themenjahres „Zerstörte Vielfalt“ wurde die Open-Air-Ausstellung durch die Enthüllung der Stelen am 30. April 2013 eröffnet.

Ort:
Wuhlewanderweg, Höhe Bismarcksfelder Straße
unmittelbar an der Wuhle


Flyer - PDF zum herunterladen

In der NS-Zeit bestanden im heutigen Bezirk Marzahn-Hellersdorf mindestens 30 Zwangsarbeiterlager. Das Größte befand sich in Kaulsdorf-Süd, an der Kaulsdorfer Straße 90. Das Gelände, ursprünglich jüdischer Besitz, wurde zwangsenteignet. Die ehemaligen Gebäude des Lagers wurden als Unterkünfte für deutsche Arbeiter, die an Projekten der Deutschen Reichsbahn eingesetzt werden sollten gebaut. Zunächst wurde das Lager als Durchgangslager für Wolhyniendeutsche genutzt. 1940 entstand ein Kriegsgefangenenlager für französische Soldaten. Am 30. April 1942 wurde das Lager mit „Ostarbeitern“ belegt, die für die Deutsche Reichsbahn arbeiten mussten. Bis zu 1400 Russen und Ukrainer, darunter viele Frauen und auch Kinder waren hier unter schlimmsten Bedingungen untergebracht. 
Auf acht Ausstellungstafeln erinnert die Open-Air-Ausstellung an die Historie des Ortes, an die Opfer des Lagers und deren Schicksal.
Mit der Open-Air-Ausstellung ist ein weiterer Gedenkort entstanden, der die schmerzvolle Erinnerung an die Vergangenheit wach hält und die Landkarte der öffentlich sichtbaren Denkzeichen im Bezirk ergänzt.