KULTUR - Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf

AKTUELLE AUSSTELLUNGEN

+++ CORONA +++

Seit 19. Mai 2021 können unsere Ausstellungen wieder besucht werden. Hier die aktuellen Bestimmungen.


HAUS 1 - Alt Marzahn 51


„Wer möchte nicht im Leben bleiben…“

Der Komponist Kurt Schwaen

Ausstellung vom 16. August 2021 bis 22. April 2022

Wie kein anderer hat der Komponist Kurt Schwaen (1909–2007) das Musikleben in der DDR geprägt. Gemeinsam mit Bertolt Brecht, Günter Kunert und vielen anderen Schriftstellern schrieb er zahllose Lieder und Kantaten, komponierte für Kinder und Erwachsene, schuf ungewöhnliche Kammermusik und Orchesterwerke, vertonte u.a. den Film „Der Fall Gleiwitz“ und setzte sich in diversen Organisationen für seine Berufskollegen ein. Nur mit viel Glück überlebte der überzeugte Kommunist die NS-Diktatur. Nach dem Krieg engagierte er sich mit großem Einsatz für den Wiederaufbau des Musiklebens.

In Zusammenarbeit mit dem Kurt-Schwaen-Archiv präsentieren wir bekannte und unbekannte Fotos und Dokumente, längst verschollen geglaubte Theaterkulissen und Werkzeuge für die Herstellung von Noten aus der Nachkriegszeit sowie zahlreiche Hörbeispiele aus dem Werk des Komponisten.


Ausstellung im Haus 2, Alt-Marzahn 55

 

Ingeborg Meyer-Rey. Porträt einer Künstlerin

22. März bis 29. Oktober 2021 verlängert

Die meisten erinnern sich an Ingeborg Meyer-Rey als Schöpferin der Bummi-Figur, der Titelgestalt der gleichnamigen Zeitschrift für Vorschulkinder in der DDR. Aber sie malte auch Wandbilder, kratzte Sgraffiti in Mauern. Vor allem aber illustrierte sie zahlreiche Kinderbücher. Unterschiedlich in Format und Stil – mit feinem, klaren Strich oder in eindrucksvoller Farbintensität, mit lebhaften Figuren von zeitlosem Liebreiz. Sie gestaltete stets dicht am Charakter der Vorlage und am kindlichen Empfinden. Ihre Bücher wurden mehrfach ausgezeichnet und erreichten im In- und Ausland ungewöhnlich hohe Auflagen.

Die seit 1945 in Mahlsdorf lebende und arbeitende Künstlerin Ingeborg Meyer-Rey verstarb 2001, im Dezember 2020 wäre sie 100 Jahre alt geworden. Im „Beltz | Der KinderbuchVerlag“ erschienen in den letzten zwanzig Jahren mehr als dreißig ihrer Titel neu. Im Jubiläumsjahr wurde „Die bunte Mütze“, geschrieben und illustriert von Ingeborg Meyer-Rey, erstmals in Buchform herausgegeben.

Worauf Sie sich freuen können ....


Haus 2, Alt-Marzahn 55

Marzahn-Hellersdorf. Bezirksgeschichte(n)
Von den Anfängen bis zu den Großsiedlungen

Dauerausstellung des Bezirksmuseums
Marzahn-Hellersdorf

Die Besucher erwartet ein spannender Gang durch rund 11.000 Jahre Geschichte. Die Ausstellung beginnt mit der Ur- und Frühgeschichte, die den weitaus längsten Zeitraum umfasst. Einen Schwerpunkt bildet die Geschichte der Dörfer Biesdorf, Hellersdorf, Kaulsdorf, Mahlsdorf und Marzahn von ihrer Gründung im 13. bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts. Blieb das dörfliche Leben vor den Toren Berlins bis Mitte des 19. Jahrhunderts im Wesentlichen unverändert, so vollzogen sich nach 1870 tiefgreifenden Veränderungen. Die Verbindungen zur Hauptstadt Berlin nahmen stark zu, 1920 wurden die bis dahin kommunal selbstständigen Orte eingemeindet. Große Siedlungsgebiete entstanden, die Einwohnerzahl vervielfachte sich. Erste kleine Industriebetriebe siedelten sich an. Jahrzehntelang formten Rieselfelder die Landschaft um Marzahn und Hellersdorf. Auch politisch und kulturell waren die 100 Jahre - vom Kaiserreich über den Nationalsozialismus bis zur DDR - eine Zeit vielfachen Wandels.

In den zurückliegenden 40 Jahren veränderte sich die Region Marzahn-Hellersdorf mehr als je zuvor. 1975 begannen an der Marchwitzastraße im ersten Marzahner Wohngebiet die Tiefbauer die ersten Gruben auszuschachten. Nur gut zwei Jahre später zogen die ersten Mieter der Großsiedlung ein. Durch die Errichtung von mehr als 100.000 Wohnungen bis Anfang der 1990er Jahre nahmen Marzahn und Hellersdorf die Dimensionen von Großstädten an. Nach 1989/90 wandelten sich die politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse gravierend. Die Großsiedlungen wurden saniert, neue Häuser entstanden vor allem in den historischen Dörfern und Siedlungen Biesdorf, Kaulsdorf und Mahlsdorf.

Die Ausstellung präsentiert in allen Themenbereichen zahlreiche originale Objekte, darunter das Lackprofil eines 2005 in Biesdorf-Süd entdeckten Korbgeflechtbrunnens aus der älteren Vorrömischen Eisenzeit (400 – 200 v. Chr.) sowie mehrere Architekturmodelle aus der jüngsten Vergangenheit.


Open-Air-Ausstellung Kaulsdorf-Süd 

 

Lager Kaulsdorfer Strasse 90

Im Rahmen des Berliner Themenjahres „Zerstörte Vielfalt“ wurde die Open-Air-Ausstellung durch die Enthüllung der Stelen am 30. April 2013 eröffnet.

Ort:
Wuhlewanderweg, Höhe Bismarcksfelder Straße
unmittelbar an der Wuhle


Flyer - PDF zum herunterladen

In der NS-Zeit bestanden im heutigen Bezirk Marzahn-Hellersdorf mindestens 30 Zwangsarbeiterlager. Das Größte befand sich in Kaulsdorf-Süd, an der Kaulsdorfer Straße 90. Das Gelände, ursprünglich jüdischer Besitz, wurde zwangsenteignet. Die ehemaligen Gebäude des Lagers wurden als Unterkünfte für deutsche Arbeiter, die an Projekten der Deutschen Reichsbahn eingesetzt werden sollten gebaut. Zunächst wurde das Lager als Durchgangslager für Wolhyniendeutsche genutzt. 1940 entstand ein Kriegsgefangenenlager für französische Soldaten. Am 30. April 1942 wurde das Lager mit „Ostarbeitern“ belegt, die für die Deutsche Reichsbahn arbeiten mussten. Bis zu 1400 Russen und Ukrainer, darunter viele Frauen und auch Kinder waren hier unter schlimmsten Bedingungen untergebracht. 
Auf acht Ausstellungstafeln erinnert die Open-Air-Ausstellung an die Historie des Ortes, an die Opfer des Lagers und deren Schicksal.
Mit der Open-Air-Ausstellung ist ein weiterer Gedenkort entstanden, der die schmerzvolle Erinnerung an die Vergangenheit wach hält und die Landkarte der öffentlich sichtbaren Denkzeichen im Bezirk ergänzt.